Nach dem Force Attack
Juli 30, 2007
Nur dieses Video, mehr Gekotze später. Versprochen! Napalm Death covern Dead Kennedys:
P.S. Gegen den um sich greifenden Hass auf Emo und die damit verbundenen sexistischen und homophoben Tendenzen noch mal schön Saetia hinterher.
Die Ohrwürmer feiern, wie sie fallen…
Juli 26, 2007
Gerade aufgestanden und gleich gehts wieder zum Arbeiten.
Force Attäääck!
Juli 23, 2007

Sooo! Bald ist es wieder soweit. Ab Mittwochabend läuft das Force Attack in Behnkenhagen an und es geht jetzt in die heiße Phase. Seit ich in Rostock bin habe ich das Festival nicht mehr als Gast besucht sondern nur noch als Teil der Crew dort gearbeitet. In all den Jahren ist der Abstand zur Subkultur immer größer geworden und mittlerweile fühle ich mich kaum noch mit den Menschen „auf der anderen Seite des Zauns verbunden“. Einige sind es doch die ich irgendwie immer noch kenne, aber mal ehrlich: das Force Attack zieht vor allem sehr junge oder sehr unangenehme Gäste an. Wie schon angedeutet: es gibt Ausnahmen, die sind allerdings rar.
Aber wie das immer so ist, am schlimmsten hetzen diejenigen, die einen guten Grund haben sich von irgendwem oder irgendwas zu distanzieren. Hehe. Ein Kumpel beispielsweise schimpft 365 Tage im Jahr auf „die Punks“. Der Gute hat allerdings so ziemlich alles zuhause, was dem 80er und 90er Jahre Deutschpunkfan Tränen der Rührung in die Augen treibt.

Bei mir verhält es sich etwas anders, aber auch ich habe nicht umsonst hier die Kellerleichenrubrik auf dem Blog. Gestartet mit Punk, ging es dann sehr zügig über Oi! zu HC und damit endete es dann irgendwann. Heute gibt es keine richtige Lieblingsmusik bzw. wenn dann wäre das wohl eher Techno. Auf dem Force Attack hatte ich früher allerdings auch einige Jahre lang, als Gast mit peinlichen Auftritten und ungezählten Nervenzellen die im jugendlichen Hirn das Zeitliche segneten, meinen Spaß.

Nun arbeite ich lediglich dort. Das heißt es wird erheblich weniger getrunken. Trinken ist allerdings auch noch ein Stichwort für alle die Leser, die ebenfalls vor Ort sein werden. Dieses Jahr werden nämlich sich auch die Saufproleten Niklotstreet beim Force Attack zum Stelldichein auflaufen.
Hardcore bzw. guten Hardcore gibt es auf dem Force Attack so gut wie gar nicht. Ich werde mir daher vermutlich aus „Recherche- und Dokumentationszwecken“ die Konzerte von Loikaemie sowie Pöbel und Gesocks anschauen, mit dem Kopf schütteln, im Stillen haufenweise Ohrwürmer haben und am Ende tatsächlich mal wieder auf einem Oi! Konzert gewesen sein.
Keine Antifa aufm CSD
Juli 23, 2007
Meiner Meinung nach ist die Antifaszene in Rostock so stock-hetero, dass
es mutmaßlich wenig reizvoll ist in der Szene selbstverständlich über die eigene Sexualität zu reden, wenn man eben nicht hetero ist. Gerade in den Auseinandersetzungen um den Naziladen East Coast Corner und bei den letzten Antifademos in MV schien es als würde die Hetendominanz stärker relativiert.
Nach einer Pressemitteilung der A3 waren allerdings am vergangenen Wochenende ein explizit antifaschistisches Statement des CSD in Rostock zuviel des Guten. Aber in der Betrachtung müssen sicherlich Organisation des CSD und queere Linke in Rostock auseinandergehalten werden. Bei einem CSD vor drei Jahren hatte ich mal das Gefühl mitten in einem fiesen deutschen Volksfest gelandet zu sein (incl. Ossi-Wessi Witze von der Bühne, etc.), einziger Unterschied schien damals der entspannte Umgang mit Sex gewesen zu sein.
Pressemitteilung vom 21.07.2007
Engagement gegen Rechtsextremismus unerwünscht
Antifaschistische Gruppen wurden an der Teilnahme des Rostocker CSD gehindertRostock, 21.07.2007 – Weil Antifaschistische Gruppen zum heutigen CSD, neben Themen wie Sexismus und Homophobie, auch über Rechtsextremismus in Rostock informieren wollten und auf ihrem Transparent forderten „Naziläden dichtmachen!“, wurden diese kurzerhand des Veranstaltungsplatzes verwiesen.
„Wir machen Familie bunter“ – unter diesem Motto mobilisierten die Veranstalter/innen des „Christopher Street Day’s“ zum nunmehr fünften Rostocker Karneval der Geschlechter. Während ähnliche Demonstrationen gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern in weiten Teilen Osteuropas massiven Angriffen der Bevölkerung und staatlichen Repressalien ausgesetzt sind, zeichnen Städte wie Rostock Bilder von einem vermeintlich toleranten und weltoffenen Deutschland.
Weitreichende Kritik ist beim Rostocker Karneval der Geschlechter jedoch offenbar unerwünscht: „Die Veranstalter/innen verkennen offensichtlich die von Neonazis ausgehende Gefahr, welche sich auch gegen Schwule, Lesben und Transgender richtet. Unsere Forderung den Rostocker Naziladen ‚East Coast Corner’ dichtzumachen und Neonazi-Propaganda zu unterbinden passte angeblich nicht ins Konzept der Veranstaltung,“ erklärt Caroline Jürgens von der Antifa A3, stellvertretend für die betroffenen Antifaschist/innen, die ihren Infostand daraufhin wieder abbauen mussten. „Der CSD ist, nicht nur in Rostock, zu einer Kommerz-Veranstaltung verkommen. Politische Forderungen geraten offenbar – durch den Spagat zwischen gewinnorientierter Firmenbeteiligung und allerlei massenkompatibler Musik-, sowie Polit-Prominenz – immer mehr in den Hintergrund.“
“Wir fordern die Veranstalter/innen, als auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rostocker CSD auf, ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus und neonazistische Gewalt zu setzen. Außerdem sollte davon abgesehen werden, zivilgesellschaftliche Gruppen mit strengen Reglementierungen an ihrem Engagement gegen Rechtsextremismus zu hindern,“ teilt Pressesprecher Lukas Strübl vom Antifa-Bündnis mit.
Man kann es sich auch zurechtlügen…
Juli 19, 2007
Um jetzt mal in typischen Chat- und Massengerslang zu verfallen: OMG! Da lügt sich ja jemand ordentlich wat in die Tasche.
Dass das Palituch zwischenzeitlich tatsächlich als Accessoire wiederbelebt wurde, lässt doch zumindest darauf hoffen, dass es die nächsten Jahre wieder umso mehr zum modischen faux pas wird.
ahgro und unkritische Theorien (updated)
Juli 18, 2007
Zum Papier der Antihierarchischen Gruppe Rostock
Es beginnt mit einer unlogischen aber selbstbewusst vorgetragenen These und wird dann im Folgenden nicht weniger konfus. Im Diskussionspapier der Antihierarchischen Gruppe Rostock soll Kritik geübt und damit eine Debatte über die Szeneaktivitäten in Rostock angestoßen werden.
Beim Lesen des Papiers entsteht jedoch der Eindruck, dass es sich mindestens um zwei Positionen handelt, die in verschiedenen Papieren hätten verarbeitet werden müssen. Während der erste Teil unheimlich gestelzt sehr gewagte Thesen zu informellen Hierarchien und Szenegebaren auf den Tisch packt, wird im zweiten Teil mehr oder weniger deutlich dafür plädiert doch öfter mal zuzuhauen.
Die Tatsache, dass es Hierarchien und Hierarchisierungen gibt, ist erstmal keine besonders tiefschürfende Analyseleistung. Sollen diese allerdings als Schlüssel dienen, um ein Deutungsmodell für die Verfasstheit gesellschaftlicher Verhältnisse zu entwickeln, so sollte es nicht einfach dabei belassen werden, die Tatsache festzustellen, sondern dargestellt werden, woraus sich diese ergibt bzw. geklärt werden inwiefern dieser Zustand notwendig so ist. Stattdessen verstrickt sich die Ahgro bereits im zweiten Satz in Undeutlichkeiten. So ist nicht klar aufgrund wessen Komplexität eine „Bedeutungsordnung von Macht von oben nach unten“ notwendig ist. Auch die anschließende Darstellung bleibt bestenfalls undeutlich. „Kapitalistisches Kommando“ sowie „soziale und gesetzliche Bestimmungen“ sind es demnach welche die Individuen in ihrem Denken und Handeln in die Alternative von Gehorsam oder Ungehorsam zwingen. Wird der Zwang zu Wertverwertung so personalisiert verstanden, wie es das Ahgro Papier nahe legt, so stehen der fetischistischen Revolte gegen das Kapital keine Hindernisse mehr im Weg. Vernünftigerweise hätte hier eine materialistische Kritik die gegenseitige Bedingung von Staat und Kapital aufzeigen sollen. Die Fremdbestimmung unter den Bedingungen kapitalistischer Vergesellschaftung lässt sich nicht, wie Ahgro es behauptet, durch die Ausgestaltung „unserer Beziehungen“ bekämpfen. Die Heteronomie ist nicht in einem subkulturellen Spektrum zu überwinden. Wer dies wie die Ahgro glaubt, beweist einmal mehr die Bedeutung des Begriffs „Automatisches Subjekt“ nicht verstanden zu haben. Die Fremdbestimmung liegt in der Verschleierung der Funktionsweise des Warentausches, in dessen Fetischcharakter begründet. Die Menschen haben keine Wahl sich von dieser Logik zu befreien, selbst wenn sie diese durchschaut haben.
„Auch der schärfste Kritiker muss sich in der kapitalakkumulierenden Gesellschaft fetischistisch verhalten, selbst wenn er aufgrund seiner Kritik kein fetischistisches Bewusstsein im Sinne des Waren-, Geld- und Kapitalfetischs hat. Allein die Tatsache, dass sich die Dinge zur Bedürfnisbefriedigung in der Form von Waren befinden und, so man nicht mit dem organisierten Gewaltmonopol in Konflikt geraten möchte, bezahlt werden müssen, nötigt auch den Kritiker der fetischistischen Verhältnisse zu einem fetischistischen Verhalten, indem er Geld benutzen muss und jenen Akt, in dem völlig inkommensurable Dinge miteinander gleichgesetzt werden, immer aufs Neue vollziehen muss.“ (http://www.jungle-world.com/seiten/2007/25/10170.php)
„In unseren Beziehungen“ können „wir“ uns netter verhalten, wenn „wir“ versuchen einander anerkennend zu behandeln. Das ist allerdings auch schon alles was der Kampf gegen Hierarchien innerhalb einer Subkultur erreichen kann.
Interessanter als die Einlassungen zu Hierarchien ist ohnehin das sich im Weiteren offenbarende Verhältnis zur Antifaszene in Rostock. Die im Text bemühte Floskel des revolutionären Antifaschismus kann dabei allerdings ebenfalls ruhig überlesen werden. Der Text schafft es nicht klarzumachen, wie der revolutionäre Aktivismus aussehen soll, das heißt in welchem Verhältnis für die Ahgro Antifa Bewegung und Gesellschaft stehen. Diese Unschärfe lässt dann auch den Bezug auf Militanz und Aktionismus fragwürdig erscheinen. Unklar ist in welchem Kampf militanter vorgegangen werden soll und zu welchem Ziel die Kämpfe führen sollen. Auch dem spektakulären Charakter von gewaltätigem Aktionismus wird der Text darüber hinaus auch nicht gerecht.
Ein Diskussionspapier für die Rostocker Szene nach dem G8 Spektakel hätte sich tatsächlich mit der Bedeutung von Militanz und Gewalt zu beschäftigen. Da die Betrachtung von Gewalt auch das Verhältnis von Bewegung und Gesellschaft thematisieren muss (zumal wenn mit Floskeln wie revolutionärer Antifaschismus gearbeitet wird), kann es dabei allein nicht bleiben. Unerlässlich bleibt eine vernünftige Gesellschaftskritik, die sich ernsthaft mit kapitalistischer Vergesellschaftung auseinandersetzt und aus dieser Analyse die Notwendigkeit ihrer eigenen Kritik ausweisen kann.
Eastcoast Corner vs. StudiVz
Juli 17, 2007
Is mir zu intelligent. Dat stört den de Vries doch nur weil er eh Choleriker ist. Na ja aber immerhin passiert noch was.
Gerade entdeckt: Limp Wrist
Juli 13, 2007
Limp Wrist machen Musik, die mich an die verblichenen Shut The Fuck Up erinnert und die fand ich auch schon geil. Die Texte der Band sind so scheint es ähnlich explizit wie „unseen homocaust“ von Italian Stallion und das ist angesichts von Bollohirni HC mal wirklich ein Statement!
Steine Schmeißen lohnt sich!
Juli 13, 2007

Nicht nur, dass die Randale sehr frühzeitig den neuen Naziladen East Coast Corner in der Doberaner Str. Ecke Budapester Str. unter Druck setzte und darüber hinaus eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema erzwang, jetzt gibt es auch schon Parties gegen Rassismus. – Ähhem. Nun ja wir wissen ja wie viel, dass am Fortbestand solcher Ideologien ändert, aber trotzdem! Rostock hatte eigentlich seine große Straßenparty in der Niklotstreet schon (übrigens für alle Nichtrostocker: das war nach dem, durch die Medien gegangenen Stadtteilfest mit den vorzüglichen Kombinationsmöglickeiten von Party, Randale und Hetzjagd auf Nazis). Von daher ist jedes weitere Raven gegen Deutschland und den ganzen Scheiß unter freiem Himmel um so mehr zu begrüßen!

Das ganze wird natürlich ohne die Anhänger des ECC stattfinden müssen.
Und um den East CoastCorner Rumdumschlag noch zu erweitern: Zum sich auf die Ereignisse in der Doberaner Straße beziehenden Grundsatzpapier von Ahgro schreibe ich demnächst auch noch was. Versprochen!
Hells Ground
Juli 11, 2007
Habe gerade etwas gesehen über den ersten pakistanischen Zombiefilm. Da bin ich ja mal sehr gespannt, wie der so wird.