
Eigentlich wollte ich gestern abend schon längst auf dem Weg zum Median sein. Bei ARTE begann allerdings gerade TRACKS und diese Sendung habe ich bisher immer sehr gerne gesehen. Eine DSL Breitbandverbindung und dazu noch nebenjob-bedingte Daueraufenthalte im Internet können aber alles ändern. Wie und warum wird noch zu zeigen sein. Einstweilen holte ich mir aus dem Kühlschrank ein weiteres Bier. Die Themen der Sendung waren unter anderem das japanische Original welches die Sendung Jackass inspirierte, Kool and the Gang, der New Young Pony Club und ein Reverse Graffiti Artist aus Brasilien.
Bei letzterem könnte meine Kritik ansetzen, denn der Beitrag bestand aus einem Video, das schon lange durch die Streetartforen und entsprechende Blogs geistert. Nur konnte man es nun dank ARTE noch einmal in einer vernünftigen Auflösung sehen. Abgesehen von einer sehr kurzen Anmoderation kam nichts Neues zu Tage.
Am meisten interessierte mich allerdings ein Beitrag über „New Clash“. Die unweigerliche Assoziation zur Punkband The Clash ist bei dieser Genre-Konstruktion der zentrale Punkt auf den alles zusammengezogen wird. Sowie The Clash die Musikstile der karibischen Minderheit und Punk verbunden hatten, soll auch New Clash ein Genre sein, dass diese Verbindung wieder belebt. Aber na ja, denke ich mir. Großbritannien ist ja immer für neuen, heißen Scheiß gut, warum also nicht? Vorgestellt wurden im Folgenden drei Bands. Die erste war Ebony Bones, die tatsächlich diese Mischung aufweist und auch für missingtoof.com-affine Ohren interessant sein dürfte. Danach folgten die deutlich rockigeren Noisettes und den Abschluß bildeten Chrome Hoof, welche ihre Musik auf Myspace mit Progressive, Death Metal und Electro umreißen. Damit hatte allerdings auch ARTE den Bogen überspannt. Denn die drei Bands haben stilistisch nicht allzu viel gemein. Der einzige feste gemeinsame Nenner ist eine schwarze Sängerin, die jeweils für exotische Einflüsse in an sich bekannte Stile zuständig ist. Am besten gefällt mir daraus bisher Ebony Bones.
Früher – um mal auf den Punkt zurück zu kommen – wäre dies für mich ein weiterer interessanter TRACKS Beitrag gewesen. Musik von der ich gar nicht weiß, ob sie mich interessiert, weil ich schlichtweg nicht weiß, dass sie existiert. Mit einem Breitbandinternetanschluss, Myspace und MP3 Blogs muss man aber nicht mehr alles schlucken was das Fernsehen einem vorsetzt, zu mal die Hypes – und da kann eben die letzte TRACKS Sendung als Beweis gelten – sowieso zuerst im Internet stattfinden, bevor sie fürs Fernsehen und Popkulturmagazine relevant genug sind. Als interessierter junger Mensch, kann man sich bisweilen also sogar den einen oder anderen Umweg sparen – so könnte man meinen. Andererseits hieße das, die Rechnung ohne den Wirt zu machen. Popjournalismus berichtet ja nicht wertfrei über Hypes die losgelöst im freien Raum passieren, denn erst die Kommunikation über ein Phänomen macht den Hype möglich. Schreiben über Pop heißt also auch immer an Pop aktiv teilzunehmen. In diesem Sinne kann ich jetzt ganz profan meinen Beitrag mit der Bemerkung beenden, dass ich mich nun zurücklehne und den Traffic abwarte.
und? wie siehts trafficmässig aus?
geht so. am wochenende ist immer wenig los in der blogosphäre. mal schauen wie sich das entwickelt.
musst mehr über sex schreiben. in kombination mit ebony macht sich das, glaub ich, ganz gut.
sseeexxxx
Ja, diesmal hat Tracks wohl eher ein London Feature gebracht und im nachhinein versucht Gemeinsamkeiten zwischen den Künstlern zu finden. Ebony Bones wurde schonmal Mitte 2007 bei Tracks gefeatured, evtl. ist da Material übergeblieben. Davon abgesehen ist ihre Musik natürlich der Knaller!
naja, tracks wird auch immer schlechter.
diese “trend hyperei” nervt auch ganz schön. viele sachen sieht man einmal bei tracks, dort werden sie als “next big thing” angepriesen und schon hört man nie mehr was darüber.
aber so kommt halt jede popelsrandsparte zu ihren 15 minutes of fame und seis bei arte im nachtprogramm auf tracks, zwischen einem beitrag über gehbehinderte pornofilmende transvestiten und irgendwelche “wir sind so jung und hipp beiträgen”. nervt wie die berlin-wir-machen-was-mit-medien attitüde von polylux
LOVE EBONY BONES!!!