Neues vom Rostocker Naziladen East Coast Corner, Freakshow mit Peter Borchert auf Altermedia, Rock O Rama als nationales Music Load

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag unter dem Motto Nationales Web 2.0 veröffentlichen. So verführerisch wie der Titel erscheint, so irreführend ist er allerdings auch. Mit Web 2.0 wird laut Wikipedia eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des WWWs bezeichnet.


Der Begriff „Web 2.0“ bezieht sich weniger auf spezifische Technologien oder Innovationen, sondern primär auf eine veränderte Nutzung und Wahrnehmung des Internet und wird seit etwa 2005 zunehmend genutzt. Hauptaspekt: Benutzer erstellen und bearbeiten Inhalte in quantitativ und qualitativ entscheidendem Maße selbst. Maßgebliche Inhalte werden nicht mehr nur zentralisiert von großen Medienunternehmen erstellt und über das Internet verbreitet, sondern auch von einer Vielzahl von Individuen, die sich mit Hilfe sozialer Software zusätzlich untereinander vernetzen. Typische Beispiele hierfür sind Wikis, Blogs, Foto- und Videoportale (z. B. Flickr und YouTube), soziale Online-Netzwerke wie MySpace, Social-Bookmarking-Portale wie del.icio.us, aber auch die schon länger bekannten Tauschbörsen.

Dieser wesentliche Wandel des Internets schließt – man ahnt es kaum – auch Nazis nicht aus. Als das größte nationale Weblog könnte man beispielsweise Altermedia bezeichnen. Das Webprojekt ist nämlich garnicht so spannend wegen der eigenen Beiträge, sondern aufgrund der Kommentare. Dieser -im Web 2.0 Jargon- user-generated content gibt Aufschluß über Positionen, Frontlinien sowie über reichlich Klatsch und Tratsch.

Aber: Nazis haben sich aber natürlich kein eigenes Web 2.0 geschaffen, sie bewegen sich wie alle anderen Nutzer im Internet und beteiligen sich überwiegend an den dort vorgefundenen sozialen Netzwerken. Sie sind auf Myspace im StudiVZ und so weiter. So weit so unspektakulär.

Die im folgenden vorgestellten Surftips und Kleinst-News haben bei genauerem Hinsehen allerdings gar keinen Web 2.0 Charakter. Den Reigen eröffnet eine Freak Show wie man sie selbst bei Altermedia nicht alle Tage zu lesen bekommt. Im Nachgang zur Demo in Lübeck am vergangenen Wochenende liefert sich die Altermediagemeinde heftige Debatten ob ein mehrfach vorbestrafter “Berufskrimineller” wie Peter Borchert als Redner auftreten dürfen. Einstweiliger Höhepunkt war dabei die Wortmeldung des Umstrittenen selbst.

hxxp://de.altermedia.info/general/das-sagt-peter-borchert-nach-der-lubeck-demo-020408_13558.html#comments

Schon länger wird ebenfalls auf dieser Seite ein neuer Dienst des Nazilabels Rock O Rama angepriesen. Ab sofort kann der Nazi von heute dort Musik von gestern legal herunterladen. Der Haken an der Sache ist, dass Rock O Rama nur Bands unter Vertrag hat die aus Zeiten stammen, wo die rechte Musik schon als Teil der Strafe für diese Ideologie gelten konnte. Ob dieser Businessplan nach der Diversifizierung der Jugendkulturellen Stile in der Naziszene noch aufgeht?

hxxp://www.rockorama24.com/catalog/index.php

Zu letzt noch Neuigkeiten vom Rostocker Naziladen East Coast Corner. Dieser wurde bekanntlich im Januar von Unbekannten überfallen und verwüstet. Geschäftsführer Thorsten de Vries wurde niedergeschlagen und musste anschließend im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Nach mehr als zwei Monaten gibt es nun wieder Lebenszeichen vom Naziladen und zwar vor allem im Internet wo seit Beginn dieser Woche ein Webshop aufgebaut wird. Tagsüber sieht der Laden weiterhin geschlossen aus, ist aber dennoch für Kunden geöffnet. Diese müssen an die Rolladen klopfen und werden dann durch eine Seitentür eingelassen. Offenbar ist es um die Machtfrage, die de Vries durch die Angriffe vor knapp einem Jahr gestellt sah, für die Nazis noch immer nicht gut bestellt.

Eine weitere Anekdote zum Naziladen ereignete sich auf diesem Blog wo sich der “Berni” vom Militärladen zu Wort meldete, um sich zu den Vorwürfen der ECC Gang zu äußern, die hier dokumentiert wurden.

6 Antworten zu “Verschiedenes rund um das Thema “Nazis” aus der letzten Woche”

  1. Atomhund sagte

    Ist “Berni” eigentlich der, der ganz früher mal einen Laden im Friedhofsweg und dann in Warnemünde hatte?

  2. PfeffiProll sagte

    der Militärladen, für dessen Besitzer sich die Person ausgibt, die da geschrieben hat, ist immer noch im Friedhofsweg.

  3. Der war vorher in der Wismarschen und davor glaube ich in der Waldemarstraße. Das er (- “Berni” wie er sich nennt) nichts mit Nazis zu tun haben will, bzw. keiner sein will, hindert ihn nicht am Thor Steinar verkaufen. Und genau deshalb, kann ich mir vorstellen, sind die ECC Typen sauer.

  4. Berni aus dem Militärladen sagte

    Mal kurz aufgehorcht!!! ich denke, ihr solltet euch nicht über den verkauf von ts gedanken machen,
    besser darüber wie sich alle in der ktv mit mehr respekt gegenüberstehen sollten, kleines wort mit grosser wirkung.
    was meine person betrifft, keiner spricht mit mir, sondern es wird immer anonym im netz über mich geurteilt! man, ich bin jeden tag im laden, also kommt und sprecht mit mir. sollte man auch mal drüber nachdenken.
    wer mich als “nazi” abstempelt, wird früher oder später mit konsequenzen zu rechnen haben. bei mir und mit mir immer ohne gewalt!!! falls hier wieder etwas vermutet wird.
    und ich heisse “berni”, wüsste jener, wenn er zu mir gekommen wäre.
    also, schluss jetzt mit dem unfug, ich hab keinen bock mehr auf ignoranten.—berni—

  5. Mal so von mir an den Berni:

    Ich dokumentiere die Vorwürfe der ECC Gang nicht weil sie mir in irgendeiner Weise sympathisch sind. Das konnte aber auch jeder so wahrnehmen, denke ich. Ich sympathisiere aber genausowenig mit vermeindlich unpolitischen Geschäftsleuten die mit Thor Steinar Kleidung handeln. Das du dich nicht als Nazi verstehst kann man dir sogar glauben. Aber Thor Steinar ist eine Nazimarke (, wenn auch eine von einigen in der NS Szene zunehmend umstrittenere). Am Ende verdienen Nazis Geld, auch wenn es über unpolitische Zwischenhändler läuft. Dieser Umstand wird kritisiert und diese Kritik musst du dir gefallen lassen gerade wenn du mit Nazis nichts zu tun hast oder haben willst.

  6. Berni aus dem Militärladen sagte

    gut hab ich verstanden, ich denke über bekleidung anders, als verwirrungen in manchen köpfen.
    der geist und der wille, das zu sein, was man will, ist das gefährliche, nicht aber das was er zu tage trägt, sicherlich ist auch ein äusserliches erscheinungsbild relevant. identifikation über bekleidng ist ja auch das primäre bei extremisten.
    es ist bedauernswert, mit welchen gedanken sich die menschheit beschäftigt, obwohl die welt gravierende probleme zu bewältigen hat. na das wird jetzt zuviel.
    danke, das du geantwortet hast, berni

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