Heraus zum revolutionären 1. Mai
April 30, 2008
„Die folgenden Worte, unabhängig davon, ob sie das Verhältnis eines Menschen zu einem anderen oder zu einem Volk betreffen, werden immer gleich sinnlos sein. Ich schließe einen Vertrag ausschließlich zu deinen Lasten und zu meinen Gunsten, den ich halten werde, solange es mir gefällt, und den du halten wirst, solange es mir gefällt. …“ J.J. Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag
“…Warum soll ich Eigentum respektieren, wenn mir nichts gehört? Da wird ein Auto angezündet und ein Viertel zerstört.
Die Freiheit nehm ich mir, denn ich kann sie mir nicht leisten. …” K.I.Z., Frei sein
“I can’t stand the peace and quiet. All I want is a running riot.” Cock Sparrer
Machmal möchte ich vergessen, was ich mir angeeignet habe, vergessen was ich weiß. Ich möchte ausblenden was mit abstrakt vermittelter Ordnung, Allgemeinen Warentausch und dem Automatischen Subjekt gemeint ist. Statt dessen soll mir jemand sagen, dass die Kritik am Schweinesystem ja schon so ihre Richtigkeit hat. Aber auch das feste Beharren, dass wir das Subjekt nicht ganz aus der Rechnung herausstreichen sollten, Verblendungszusammenhang hin oder her – das möchte ich mal wieder hören, anstatt nur zwischen Jobs, Uni und Beziehung aufgerieben zu werden.
Der mieseste Job ist immer der den man nicht ausschlagen kann. Und ist ein Arbeitgeber, der seine Kreativlinge an der kurzen Honorarleine hält, nicht das Gesicht, oder besser die Fratze, mit der dich Schweinesystem angrinst? Sie sagt zu dir: “Ihr, liebe Mitarbeiter müsst mehr zusammenwachsen, damit wir zusammen Großes erreichen” Und dann zwingt es uns im selben Augenblick alle in einen Kampf um die wenigen Krümel, die noch zu verteilen sind, denn in Zukunft muss einfach effizienter gewirtschaftet werden.

ICH.PAUSE - Schön wärs eigentlich. Aber was so allgemein an Lösungsvorschlägen herumgeistert kann meist nicht überzeugen. Denn Problem des Honorarbasis-Sklaven ist doch nicht zuviel zu arbeiten, sondern zu wenig bezahlt zu werden. Die Aufforderung, dass ich weniger einkaufen sollte damit nicht so viel arbeiten müsse (Supershirt), die mir aus der Box entgegenschallt, ist einfach vöölig falsch aufgezogen, wenn das Geld von einem Job schon nicht reicht. Sicher, moralische Empörung ist keine Gesellschaftskritik. Aber warum denn ausgerechnet heute nicht mehr fordern, alle Verhältnisse umzwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist?