Ich möchte nicht den Vorfall mit dem Radlader herunterspielen oder dessen Tragik in Frage stellen. Ich hoffe, dass es den Verletzten bald wieder besser geht und das alle wieder gesund werden.

Meine eigene Wahrnehmung des Festivals ist jedoch sehr davon geprägt was ich erlebt habe. Eine sachliche, gerechte Darstellung ist von mir kaum zu erwarten, da ich als Teil der Crew schon auf einer Seite stehe. Ich versuche dennoch fair zu bleiben. Während des Unfalls mit dem Radlader lag ich bereits in meinem Bett in Rostock. Ich habe weder die Ereignisse noch die Emotionen des Morgens mitbekommen. Generell wurde in Erinnerung der letzten beiden Jahre wieder eine stressige Sonntagnacht erwartet. Diese blieb jedoch weitgehend aus.

Es gab zwar keine Massenschlägereien aber das abseits stehende Auto eines Gastes wurde abgefackelt. So eine Form von Aggression von Gästen gegen Gäste gab es beim Force Attack noch nicht. Neben einem Auto welches von Gästen angezündet wurde, brannten in diesem Jahr auch wieder die Dixie Toiletten.

Die Überwiegende Mehrzahl der Besucher des Festivals sind sehr junge Menschen. Diese sind in der Regel friedlich. Als Teil der Crew habe ich auf dem Platz jedoch hauptsächlich Kontakt mit den Menschen gehabt deren naiver Individual-Anarchismus durch tagelangen Alkohol- und Drogenkonsum zur stumpfestem Nihilismus zusammenschrumpft. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung und es bedarf der Besinnung und Reflektion sich zu erinnern, dass nicht alle Gäste Anarchie mit “Ich benehme mich wie das größtmögliche Arschloch” übersetzen.

Bei Indymedia wurde geschrieben, dass viele Menschen nur zum Saufen kommen würden und die Musik im Grunde egal sei. Tatsächlich gab es eine ganze Menge Leute, die sich das Ticket nicht oder nicht mehr leisten konnten. Ich habe mich mit Gästen unterhalten, die aus Osteuropa kamen und all ihr Geld investiert haben, um zum Festival zu kommen. Der Platz, die Leute – dass war es worum es einem polnischen Punker ging, mit dem ich mich unterhalten habe. Auf dem Platz sprangen aber auch die immergleichen Stresser herum, die Leute zusammengschlagen haben und vom Platz geflogen waren, jedoch wieder irgendwo über den Zaun gesprungen sind. Solche Leute profitieren davon, dass sich das Force Attack von anderen kommerziellen großen Festivals unterscheidet. Anderswo fliegt man einmal raus und will den rauschmeißenden Securities dann nicht nochmal begegnen. Was bleibt ist ein mieses Gefühl.

Übrigens: Der Verkauf von Dosenbier ist ins Wasser gefallen

11 Antworten zu “Bilder vom Force Attack 08”

  1. phex sagte

    ich weiss nicht ob ich mich nochmal aufs Force Attack trauen würde… war ein paar mal da, aber glaube ich war da früher in vielerlei hinsicht ein wenig abgebrühter als ich es jetzt bin. :)

  2. Blub sagte

    Hey,

    jo die assi Zecken haben schön in dem Matsch gespielt in dem vorher mindestens 20 Man reingeschissen haben. Nicht zu vergessen die viele Lieter Pisse die die Force besucher dort liesen. Aber naja assis scheint es spaß zu machen sich mit exkrementen zu bewerfen. Wo sind nur die Punks geblieben…

  3. Celle sagte

    “Übrigens: Der Verkauf von Dosenbier ist ins Wasser gefallen”

    Habe aber Dosen gekauft dort. Es gab welche!

  4. Ja, tagsüber gingen die wohl auch. Ich bin aber vor allem nachts über den Platz. Je weniger Licht desto weniger Leute.

  5. penner sagte

    na klasse die vom radlader angefahrnen person war bekannte aus dresden, der vorfall hat das ganze festival scheiße gemacht…hoffentlich gehts den bald wieder gut…der der im koma liegt is übrigens bassist einer geiln band PGH…naja nächstes ma wird hoffentlich besser xDDD

    cheers´n oi

  6. weird cheese sagte

    ich bin sehr überrascht und auch etwas erschrocken, wenn ich die ganzen berichte über das force attack lese, weil ich es ganz anders erlebt habe und von den ganzen vorfällen nichts mitbekommen hab (bis auf die brennenden dixies). ich war jetzt zum 4. mal da und fand es nicht so assig wie die letzten jahre. lag vielleicht auch daran, dass ich von 12 bis 19 uhr immer in graal müritz an der ostsee war und sämtliche müllschlachten verpasst habe…
    das polizeiaufgebot war ziemlich gross da (mehrere kastenwagen mit polizisten in kampfmontur), aber dafür hab ich in behnkenhagen nie eine pkw kontrolle gesehen.

    überhaupt hatte ich den eindruck, dass das polizeiaufgebot in den letzten jahren kleiner geworden ist, oder täusch ich mich?

    wie dem auch sei, ich hatte wieder dufte zeltnachbarn und ein friedlich-chaotisch-lustiges wochenende… und nun ein etwas mulmiges gefühl, weil ich trotz mässigem bierkonsum wirklich nichts von all dem mitbekommen habe…

  7. Bullen waren mehr und das Publikum war letztes Jahr auch schlimmer. Unschönes gab es aber dieses Jahr eben auch.

  8. weird cheese sagte

    ist eigentlich ein verbot des festivals absehbar?

    ich find’s schon schade, dass es jeweils so ausartet und erst noch unter den gästen.
    … und warum kindische weltrevolutionsgelüste ausgerechnet an der festival infrastruktur ausgelassen werden müssen, habe ich auch nie verstanden…

    es ist auch irgendwie traurig, dass keine anderen besucher in solchen momenten einschreiten…

  9. Rosty sagte

    ES GAB DOSENBIER!!!!!!! ick wees ja nich auf welchem force du warst aba da wo ick war gabs die 24er stiege hansa 0,5 l für 30 tacken!!!!

  10. Das weiß ich auch. Nur immer wenn ich dort vorbei gekommen bin, war nicht besonders viel los. Das lag daran, dass es meist in der Nacht war.

  11. Smilie sagte

    Hab gerade gelesen, dass das Force nächstes Jahr auf nem neuen Gelände stattfinden soll. Dazu kann ich nur sagen, Good Bye Force Attack Festival! Das was einmal das Force ausgemacht hat ist nun zuende, und damit auch ein Stück meines Lebens.
    Ich habe 8 Jahre in Folge aufm F. gefeiert, Spass gehabt, mich mit Spinnern angelegt welche den Wald abholzen wollten, Feuer neben Autos auseinandergenommen, jedes Jahr einen der höchsten Fahnenmäste aufgestellt, überm Feuer Kesselgulasch gekocht, Kühlgruben ausgehoben, riesige Zeltplanen gespannt, gesoffen und ich bin pazifist, antifaschist und durch und durch ne Zecke! Mein Herz weint, da ich nie wieder ein solches Festival erleben werde. Ich bedanke mich bei all den Spinnern welche unser Festival zerstört haben.
    Ab sofort gibt es nurnoch Zelthocken, besaufen band schauen, eben absolut STINO! Ihr werdet sehen, dat Force wird durch solche Spinner, sorry Imre ich meine auch Dich, so wie jedes andere Punkfestival auch (Ich denke es hätte andere Möglichkeiten geben können!) Es hat dann eben keinen eigenen Charakter mehr.
    Was ich sagen möchte ist: Planierte Wiese, gekühltes Bier ausm Kühlschrank (ohne Pfandrücknahme, weil wenn Dose putt, kein Geld zurück!), durchkontrollierte Festivalgäste, zentrale Feuerstellen und sonen Käse, Bauzäune überall und vorallem—–Unfreundliche Hilfssheriffs des Veranstalters Imre, welche eimal im Jahr wat zu sagen haben, und einen auf dicke Hose machen. Ich beende mit dem heutigen Tage meine “Force Attack über alles Laufbahn” Sorry Imre, wenn du dies irgendwann lesen solltest. Kein Bock auf STINO!

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