Hansa / Aachen – 1:0

August 25, 2008

Dieses Blog ist nicht unbedingt für kompetente Spotberichterstattung bekannt und das wird es wohl in Zukunft auch nicht werden. Heute geht es dennoch mal um Sport.


7 Jahre Geburtstags Choreo der Suptras zu Beginn des Spiels (Foto von Suptras.de)

“If there’s anything more important than my ego around, I want it caught and shot now” – Zaphod Beeblebrox

Ich sage ständig Dinge um meine Haltung zu einem Ereignis, zu Einstellungen und Überzeugungen oder meine Verständnis von einem Thema zu begründen. Dabei möchte ich, dass meine Aussage als eine „gute“ und zutreffende Aussage verstanden wird – man könnte sagen ich will gerne auf der richtigen Seite stehen. Das ist sehr problematisch, denn Kommunikation funktioniert so einfach nicht. Ich will, dass mein Gegenüber sieht, dass ich Recht habe und wie reflektiert ich bin. Aber ich habe dabei viel zu selten reflektiert, dass ich mein Gegenüber mit meiner Begründung in Frage stelle.

Ich habe mich in den letzten Jahren mit vielen verschiedenen Aspekten und Facetten von Fußball im Allgemeinen und Hansa im Besonderen beschäftigt, aber ich war nie dort wo alles zusammentrifft, ich war nie im Stadion. Ich habe gesagt: Ich gehe nicht ins Stadion, denn ich weiß, dass ich es lieben würde in der Masse aufzugehen und mich von ihr treiben zu lassen. Ich wollte mit diesem Satz zeigen, dass ich aufgeklärt bin und war doch nicht aufgeklärt genug, um zu verstehen, dass dieser Satz auch sagt: Du gehst da hin, hast nicht nur Spaß, sondern bist begeistert durch die Masse und deshalb bist du nicht reflektiert und aufgeklärt. Ich wollte – um es mal runter zu brechen – cool dastehen und habe verpennt das der Satz aber auch meine Freunde beleidigt.

„Unsere Leidenschaft ist ihnen rätselhaft“

– Der Satz ist ein Zitat von Tocotronic, den sich Ultras bei Hansa auf Stickern und Bannern zu eigen gemacht haben. Aufzuhören meine Freunde zu beleidigen, heißt sich damit zu beschäftigen, was sie begeistert. Ich muss mich also anders mit der rätselhaften Leidenschaft beschäftigen als bisher. Das habe ich am vergangenen Sonntag gemacht.

Irgendwann während des Spiels sind all diese Überlegungen, die ich hier gerade vorangestellt habe durch meine Kopf gegangen. Doch nun zur entscheidenden Frage: Ja, ich fand es gut. Ich hatte Gänsehautmomente und Adrenalinausschüttungen und ich habe mich über das Tor gefreut.

Mein Leben hat sich nicht drastisch verändert, aber ich habe angefangen mich selbst zu bemühen dahinterzukommen was Klischee und was Realität ist. Man kann es kurz fassen. Jedes Klischee über Hansa wird man im Stadion auch wiederfinden. Aber damit erschließt sich eben nicht alles bzw. darin erschöpft es sich nicht. Sicherlich gibt es Nazis, die ins Stadion gehen (wo gibt es sie nicht?). Es gibt aber auch Genossen, die mit einem dicken fetten Antifa Logo auf der Brust in 27A stehen. Und vermutlich ist dieses „auch“ in dem vorherigen Satz völlig fehl am Platz, weil nirgendwo sonst so viele Genossen auf einem Haufen stehen wie dort. Es gibt den vorpommerschen Kuttenidiot der Affengeräusche anstimmt, wenn ein Verteidiger mit dunkler Hautfarbe den Angriff von Hansa zum Stehen bringt. Es gibt aber auch die Möglichkeit zu dem rassistischen Arschloch zu gehen und ihm eine Ansage zu machen, man muss es nur tun. Und wer darauf verzichtet eine Uffta mitzumachen, die darauf abzielt Cottbus als „schwule Lausitzer“ zu bezeichnen um sie zu beleidigen, dem kann wohl kaum vorgeworfen werden, er würde unrettbar in der Masse aufgehen und seine Individualität opfern.
Ich habe also gesehen mit eigenen Augen gesehen, was hier vor einigen Tagen gepostet wurde:

„Klischees bedienen allez
Zu dem Kick werden eben hammerviele Leute kommen, welche überhaupt nichts mit den jeweiligen Fanszenen zutun haben… Beim FCH ist es zum Glück nur einmal so in diesen Ausmaßen… Wenn da die ganzen Dorfknaller kommen und abhitlern,dann ist dies bei weitem nicht representativ für die Szene… Leute die kein Einblick in die jeweiligen Fanszenen haben, wissen die Arbeit nicht einzuschätzen… Was beim FCH in den letzten Jahren für eine Entwicklung stattfand ist eigentlich völlig unvorstellbar… Soll nicht heißen, dass es nicht noch genug Scheisse gibt…“

Und vielleicht sehen wir uns ja bald öfter dort.

34 Antworten zu “Hansa / Aachen – 1:0”

  1. Red_Angel sagte

    Ha, Ha typisch Linksintellektuelle die jeden Scheiß reflektieren müssen.
    Du hättest auch einfach sagen können. Hallo Leute letztens war ich zum ersten mal bei Hansa beim Spiel, war scheiße besoffen, hab Spaß gehabt und gewonnen ham wa auch.
    Stattdessen einen riesen Text nur zur Selbstversicherung, dass du immer noch ein Individuum bist, dass selbstbestimmt die Entscheidung getroffen hat.

    Ansonsten schön geschrieben wie immer und bleiben sie auch weiterhin dran, wenn es nächste Woche heißt:

    Besserscheitern beim coitus – Perspektiven jenseits von Adorno und Schaffrath…

  2. “Ansonsten schön geschrieben wie immer und bleiben sie auch weiterhin dran, wenn es nächste Woche heißt:

    Besserscheitern beim coitus – Perspektiven jenseits von Adorno und Schaffrath…”

    Nette Idee, aber irgendwann ist auch meine Egozentrik am Ende. ;)

  3. ein stummer leser sagte

    Oder es einfach genau so ausformulieren. Darf doch schließlich jede_r mit ihren oder seinen Erfahrungen umgehen, wie sie oder er (oder wasauchimmer) will. Ich für meinen Teil find das reflektieren gewinnbringend und möchte es mir weder nehmen lassen, über Saufen und Spaßhaben zu reflektieren, noch solche Reflektionen zu lesen. Ich find den Text interessant, nicht zuletzt, weil ich meinen ersten Stadionbesuch in Rostock ja noch vor mir habe.

  4. Thorsten sagte

    Bei aller Reflektion und Differenzierung rettet das Rummenscheln hier nicht vor dem Problem, dass das Aufgehen, Mitmachen und Wohlfühlen in der Masse – ob im Stadion, beim Konzert oder in der Demo – Teil eines, um im hiesigen Duktus zu bleiben, beschädigten Selbst ist. Der kritische Umgang damit mag linke Fans von wasauchimmer davon abhalten, sich der proto-faschistischen Welle hinzugeben. Doch prinzipiell ist das Verschwimmen individueller Handlungsbegrenzungen im kollektiven Wahn doch uns allen aus dem Mitmachen selbst beim Mob-Action-Sport bekannt; das Entsetzen über das, was passiert, wenns mal schiefläuft, stellt sich erst hinterher statt bereits vor der Tat ein.

    Die Frage ist, ob das ganze ein strukturelles Problem der Massenevents oder doch eher unserer ansozialisierten Psyche ist…

  5. Etwas ähnliches hat gestern nachmittag auch jemand gesagt und der geht gerne zum Fußball und studiert keine Geisteswissenschaften. Aber er reflektiert aus der Innenperspektive und belehrt nicht von Außen. Wenn ich gehört werden will, also kommunizieren möchte, sollte ich über die Position aus der ich rede und über die Form Gedanken machen.

    Vor allem scheint mir bei dir ein Plädoyer für reines Kritisch-Sein (ein besserer Begriff fällt mir gerade nicht ein) durchzuschimmern und in diesem kann auch immer noch die Sehnsucht nach dem Aufgehen im “Richtigen” oder zumindest sich richtig Anfühlenden antreffen.

    Der Satz von der Unmöglichkeit des richtigen Lebens im falschen war nicht als Ausrede gedacht, sondern als Aufforderung gerade das “gute Leben” angesichts seiner Unmöglichkeit zu verteidigen und das ist wohl ohne Vollkontakt mit den Widersprüchen nicht zu haben.

    “Die Frage ist, ob das ganze ein strukturelles Problem der Massenevents oder doch eher unserer ansozialisierten Psyche ist…” – oder es ist, wenn man es so ernst nehmen will wie du andeutest noch viel größer, das Problem.

  6. “Ohhh mein Gott!” – Vicky Pollard

    Ich möchte bitte, wenn meine Beiträge bei Indy gepostet werden entweder zustimmen können oder einen Verweis lesen, dass dies nicht von Besserscheitern selbst für Indy geschrieben wurde sondern von einer dritten Person dort dokumentiert wird.

    Gerade diesen Beitrag hätte ich dort nicht gebracht.

  7. schons sagte

    blind spots sollte man pflegen.
    zumal rostock ja nun wirklich auf einem guten weg ist:
    http://i8t.de/phoubgpg

  8. Verursacher... sagte

    Ich hab dir eine Nachricht zukommen lassen…

  9. Ultra sagte

    Also erstmal: die Choreo ist erschreckend hässlich.
    Erschreckend auch: Dein Beitrag lässt sich auf “Idioten gibt es überall” zusammenfassen. Und auf “So schlimm ist es eigentlich garnicht”.

    Darauf, wie abstoßend und wahllos gewalttätig die Fußballkultur bei Hansa Rostock ist, gehst du überhaupt nicht ein, so als hättest du noch niemals etwas von “Hansa Hooligans” gehört. Was soll das bitte?

    Und jetzt tu mal nicht so, als würden signifikante Teile der Rostocker Ultras, das Tocotronic-Zitat pushen bzw. überhaupt wissen, woher das kommt. Die meisten machen doch immer noch in blöden ostdeutschen Lokalnationalismus.

  10. @ultra sagte

    schön zu sehen, dass du keine ahnung hast;)

  11. Ich arbeite mich mal von hinten nach vorne durch:

    1. Meine Freunde kennen und lieben Tocotronic – (- Ich würde das selbst nicht für alle Alben sagen)! Ich kann definitiv nicht sagen wer im Block 27A Tocotronoc kennt. – Muss ich auch nicht, denn darauf kommt es nicht an. Wie du in dem Beitrag lesen konntest, gibt es Menschen die Ultra’ sind und die machen mit(!) Tocotronoc Ansage.

    2. Ich hab den Beitrag nicht geschrieben um “perverse Randale” (HdZ ;) ) zu bewerten. Ich war nicht dabei und ich werd mir dazu jedes Urteil verkneifen.

    3. Ich bezeichne meine Freunde und Genossen nicht als “Idioten” und es ist aus dem Text – wenn man ihn wirklich liest – klar geworden, dass schlaue und durchaus auch krititsische Kommentare von Außen(!) nichts aber auch gar nichts bringen bis sich die Herren kritische Kritiker mal befleißigen im Stadion den Alltagsrassisten zu verklickern, dass hier was falsch läuft. Kritik “von Außen” ist gut und wichtig aber sie erreicht deshalb noch lange nicht “die da drinnen”.

    Deshalb bleibt nur eines zu sagen: Lest nicht mit arrogantem Besserwisserlächeln die HdZ – dafür habt ihr sie nicht in die Hand bekomen – benutzt euer Hirn! Seid Aktiv! Beim Fanzine-machen hieß es immer “D.I.Y. – Or die!! und da ist was dran!

  12. Thorsten sagte

    Deine Antworten auf die Kritik verraten mehr über dein Verständnis von Gesellschaft als das deiner Kritiker. Denn während niemand hier von Fußballfans als einheitliche Menge oder Hansafans als Spezies an sich spricht, wehrst du dich gegen solche vermeintlichen Vorwürfe. Und machst die Hansa-Fans widerum gleich, indem du schreibst, man müsse ihnen im Fußballstadion entgegengehen, als ob sie kein anderes Leben außer des Sports hätten.

    Ob Kommentator/in Ultra sich in Fankreisen auskennt und Hansa zum Beispiel aus der Innenperspektive und im Vergleich zu anderen Vereinen beurteilst, siehst du nicht; dabei erweckt das verlinkte Blog durchaus den Eindruck.

    Stattdessen unterstellst du eine Kritik der Kritik, also der Selbstidentifizierung wegen – ohne Beleg. Muss ich also, statt ihn zu beobachten, erst affirmativ jeden Scheiß mitgemacht haben, um ihn beurteilen zu können, muss ich auf der Werft gearbeitet, in der Nazi-Demo mitgelaufen oder im Managersessel telefoniert haben, um Gesellschaftskritik betreiben zu können?

    Es geht doch nicht darum, den Besuch im Fußballstadion zu verbieten, sondern die Zustände und Fankultur dort im Kontext bewerten zu können – also im Vergleich etwa mit Fanszenen anderer Vereine – und sie andererseits trotzdem noch als Teil des schlechten Ganzen einzuordnen – wie alle anderen gesellschaftlichen Erscheinungen auch. Wenn dir Fußball Spass macht, geht doch hin. Aber dass deine bisherige Distanz zum Sport nun in Überhöhung des Stadions als Ort der Diskussion umschlägt, dass die Floskel vom unmöglichen richtigen Leben im Falschen nun als Rechtfertigung dient, überall mitzumachen, läßt mich zumindest fragen, was für ein Verständnis von der Vielschichtigkeit der modernen Gesellschaft und vor allem deiner Rolle in ihr du bisher hattest.

  13. und sagte

    wenn ich mir deinen block so durchlese und mir dann noch einige links ansehe dann passt die schublade wie die faust aufs auge. du bist ein struktureller antideutscher ähmm antisemit der dank eines paranoiden identitätsfindungskomplexes den blick auf die wikrlichkeit völlig verloren hat. hoffentlich schaffst du noch die kurve zur reflexion und dann wird dir das in einigen jahren alles mächtig peinlich sein.

  14. Teterower sagte

    Also schöner Artikel, der mich interessiert, weil ich mich selbst sehr oft reflektiere, mich für linksradikal (allerdings nicht linksintellektuell) halte und dazu noch gerne ins Stadion gehe. Tocotronic kenne ich (leider?) nicht, kann ich also nichts zu sagen…
    Letzte Saison hat es nur für 3 Auswärtsspiele und kein Heimspiel aufgrund meines derzeitigen Wohnorts gegeben. In diesen 3 Spielen, die wohlgemerkt in einer sehr Rostock-feindlichen Umgebung (Karlsruhe, Bielefeld, Frankfurt) stattfanden, konnte ich mit meinem Lokalpatriotismus (ich nenne es nicht wie eine/r meiner Vorredner hier Lokalnationalismus…so’n Quatsch) nicht hinter’n Berg halten und ich empfand es sehr schön, mich mit der Masse “asozial” aufzuführen und gefährlich zu wirken. In Frankfurt gabs auch von nem betunkenen Spinner nach ner Bierdusche (er gab sie uns) auf’s Maul…war jetzt nich’ so dolle :-)
    Ich schwamm also in der Masse der Hansa-Fans mit. Und ich fand’s toll. Ich hab’ auch “Ihr seid Wessis, asoziale Wessis [...]” mitgesungen und mich allgemein total ausgepowert. Warum hab’ ich das gemacht ? Im Allgemeinen macht man sich zum Affen, wenn man sich als Affe herabgewürdigt fühlt (Zitat: ich :-) ). Und “wir” als Ostler, Mecklenburger, Pommern, Ex-Mecklenburger und “vom Westen ausgebeutete” (was man nicht immer in “” schreiben muss – es trifft aber einfach auf viele nicht zu) fühlen uns ungerecht behandelt. Das ist Konsens im Block, DAS auf jeden Fall, wenn auch bei manchen nur im Hinterkopf. Einen rassistischen Konsens (der Grund, warum ich früher ungern ins Stadion ging und garantiert niemals zu einem Spiel gegen Pauli gehe) gibt’s leider auch noch, man kann ihn nicht bestreiten, es GIBT IHN. Ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit, bei dem ich dabei war: Frankfurt auswärts, letzte Saison. Ein Mann mit schwarzer Hautfarbe, den man aus dem Gästeblock sehr gut sehen konnte – ein Frankfurt-Fan – zeigt dem Rostocker Block den Stinkefinger und schreit irgendwas. Als Antwort bekommt er von einigen, die dies sehen, ersteinmal diffuse Schreie und Beleidigungen an den Kopf geknallt – klar, wir sind im Stadion, warum auch nicht – , als dann allerdings alle auf ihn aufmerksam werden, singen verdammt viele aus dem Block „Zigeuner, Zigeuner, raus, raus“ (wahrscheinlich nicht der genaue Wortlaut, aber so ähnlich). Meine Begleitung und ich haben diesen Asi-Sprechgesang natürlich nicht mitgemacht, und wir waren sehr enttäuscht, das das jetzt anscheinend sein musste.
    Thor Steinar oder andere Fascho-Marken sind auch noch im Stadion vertreten, wie ich leider mitbekam, allerdings nicht mehr in so hoher Zahl wie früher (ob das ein Erfolg oder Zufall ist, vermag ich nicht zu sagen).
    Mein Bild von „den“ Hansa-Fans ist auch überhaupt nicht repräsentativ, weil
    1. – ich zu wenige Spiele mitbekommen habe
    2. – die Klientel bei Heimspielen, Auswärtsfahrten und BESTIMMTEN Auswärtsfahrten nun mal eine –ausser den Suptras vll. – vollkommen andere ist. Man kann einfach die Fans von einer Auswärtsfahrt gegen Freiburg oder Stuttgart nicht mit denen vergleichen, die zum Hansa-Besuch bei Dresden, Pauli und natürlich den „Nord-Derbys“ gegen den HSV oder Hertha BSC erscheinen.
    3. ich einige linksradikale Hansa-Fans kenne und das mein Bild auch verzerrt…

    Zurück zum Massenphänomen: Es gibt mir einen Kick, mit 1000 Leuten zu springen und zu tanzen und mir einzubilden, dass das meine Mannschaft nach vorne peitscht (was ja nun wirklich nicht erwiesen ist). Rassistische und homophobe Scheisse allerdings nicht. Warum feuern wir unseren FCH an ? Ich für meinen Teil, weil ich will, dass der FCH Punkte holt und bundesweit bekannter wird und Rostock und repräsentativ damit der Osten die Anerkennung bekommt, die sie verdienen. Dass das irgendwie undsinnig ist, weis ich… Wenn man aus einer Kleinstadt aus M-V kommt und kein Dorffascho ist, wird man früher oder später auswandern und seine Freunde darf man dann in ganz Deutschland/Europa/der Welt besuchen kommen. Das kommt – für mich Tatsache – „im Westen“ einfach nicht so oft vor. Der FCH bietet da ein Identifikationsmodell, denn der Verein ist regelmäßig zu sehen. Wenn nicht live, dann im Fernsehen. Wunderbar. Das wars erstmal, wer will das alles lesen… J
    VIVA LA ROSTOCK (mit Caspars-Manier) !!

  15. Sicherlich muss ich aufpassen, dass ich nicht ein neues Kollektiv konstruiere das es in der Realität so gar nicht gibt. In dem Punkt stimme ich dir zu.

    Was ich dir so leidenschaftlich gerne vorwerfe, tue ich eben weil es genau die Redeweise ist, die ich selbst immer in Bezug auf Fussball hatte: Über die Leute reden, aber nicht mit ihnen.

    Dabei muss man sich doch bei jeder Kritik – die diesen Namen verdienen soll – fragen, was mit ihr erreicht werden soll und kann. Ich finde es angebracht über Nazis zu reden und nicht mit ihnen, weil sie der politische Gegner sind und sich auch selbst so verstehen.

    Bei einer Kritik an Zuständen in Stadien fragt sich aber doch an wen sie sich richtet. Soll eine solche Kritik, wie du sie vorhast auch im Stadion gehört werden, dann würde ich vorschlagen zu überprüfen ob die Redeweise nicht ziemlich arrogant rüberkommen könnte.

    “…Aber dass deine bisherige Distanz zum Sport nun in Überhöhung des Stadions als Ort der Diskussion umschlägt, dass die Floskel vom unmöglichen richtigen Leben im Falschen nun als Rechtfertigung dient, überall mitzumachen, läßt mich zumindest fragen, was für ein Verständnis von der Vielschichtigkeit der modernen Gesellschaft und vor allem deiner Rolle in ihr du bisher hattest.”

    Das trifft doch so garnicht zu. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Netter Versuch, aber der Diss zieht nicht.

  16. ultra sagte

    schöner text

  17. “und sagte:
    August 26, 2008 um 11:32 Uhr vormittags

    wenn ich mir deinen block so durchlese und mir dann noch einige links ansehe dann passt die schublade wie die faust aufs auge. du bist ein struktureller antideutscher ähmm antisemit der…”

    Erstens heißt es “das Blog” von “das Weblog” kommend. Zweitens habe ich meine Krawall-Antideutschenphase hinter mir und drittens gehen bei mir immer noch ein paar Sicherungen durch, wenn jemand so ein plumpes Anti-D Gedisse anfangen will.

    In diesem Sinne: Hoffentlich schaffst du noch die Kurve zur Reflexion und liest mal Bücher dann wird dir das in einigen Jahren alles mächtig peinlich sein.

  18. Thorsten sagte

    Um Mißverständnisse zu vermeiden: Gehst du ins Stadion, um dir ein Fußballspiel anzusehen, oder um Leute zu agitieren? Ich glaube fast, wir verwechseln hier nämlich Kritik an gesellschaftlichen Zuständen mit der Begründung persönlicher Hobbys oder eben des Desinteresses an den Hobbys anderer.

    Das Stadion ist genauso ein gesellschaftlicher Ort wie die Rostocker Fußgängerzone oder die LAN-Party im Internetcafé; niemand wird sich ernsthaft rechtfertigen, dahinzugehen, aber niemand wird seine Teilnahme daran damit begründen, den Leuten das helle Licht linksradikaler Kritik aufzeigen zu wollen. Stattdessen geht man wegen des Abhängen&Einkaufens oder des Zocken&Chattens dahin, und wenn man schonmal da ist, kommuniziert man natürlich auch mit seiner Umwelt und äußert auch mal Kritik.

    Nun auch eine ganz andere Ebene: Meine anfängliche Kritik fand ganz unabhängig vom Rassismus von Fußballfans statt, sondern es ging um die Gefährlichkeit der Dynamik von Massenevents und der Partizipation des Individuums an einem Mob – egal, ob es sich um die Fankurve, das Konzertpublikum, die Black-Bloc-Demo oder die Antifa-Mob-Action dreht.

  19. Das ist doch das alte Problem mit den Linken, dass sie immer die Welt verändern selbst beim Pissen aufm Klo im Median. Noch während des Mittelstrahls wird der missliebige Sticker von Gruppe xy gekratzt. :D

    Zurück zur anfänglichen Kritik:

    Das ist alles schön gesagt und klingt sehr nach der Entfremdungsthese der klassischen Kritischen Theorie. Ich hatte ja mit Knusperflocken schon öfter darüber diskutiert, ob diese These nicht zu düster geraten ist.

    hier z.B.:
    http://knusperflocken.wordpress.com/2008/04/01/popkultur-geschlechterverhaltnisse-in-musikvideos/#comments

    Was aber tun? – Könnte man mit dem Genossen Lenin fragen. :D Ein Vorschlag: Wir begreifen unser Gespräch hier als psychoanalytische Kur in der wir uns unseres Bedürfnisses nach Aufgehen im Kollektiv bewusst werden. ;)

  20. und sagte

    mhm mit deutscher rechtschreibung hab ichs nicht so danke das du mich verbesserst. und das bei dir wegen antideutschen-gedisse die sicherungen durchgehen bestätigt doch einfach nur meine einschätzung deiner person nach dem kurzen überfliegen deines blocks ähm sorry blogs.

  21. Michael Corleone sagte

    @und: Blog ist nicht DEUTSCH sondern ENGLISCH!Habe es extra für dich groß geschrieben damit auch du dahinter kommst ;) !
    Dein plumper Versuch hier jetzt eine AntiImp vs. AntiDeutsch-Diskussion vom Zaun zu brechen ist wohl nach hinten losgegangen,weiter so! :)

  22. Keta Minelli sagte

    Ich habe jetzt nur bis “Besserscheitern beim Coitus” gelesen, aber da fiel mir doch gleich die Frage ein, ob man sich eventuell am Wochenende bei der Party, die immer ausfällt, endlich mal im real life “unterhalten” will. Bis ca. 12 Uhr gerne auch ohne Anführungszeichen.

  23. Gerne! Hoffentlich wird das Wetter noch.

  24. Keta Minelli sagte

    Das Wetter wird toll. Hat man mir gesagt. Sonst fällt es eben aus.

  25. charms sagte

    das wetter wird!! und ausfallen wird sie so oder so!!!

  26. w sagte

    thorsten hat doch recht:
    es ist das eine, seinen wie auch immer falschen bedürfnissen nachzugehen und wahlweise auf fussball oder tennis, tocotronic oder techno, fahrrad oder benz zu flashen. jede bedarf nun mal ihrer fetische, um sich an irgendwas festzuhalten und über die runden zu retten.
    etwas anderes ist es jedoch – was in dem text und der disku aufscheint – dem gegenstand der faszination nachträglich theoretische weihen zu verleihen, anstatt wenigstens in der reflektion die kritische distanz zu bewahren. es ist doch offenbar, dass das stadion ebenso ein hort des homosozialen männerbundes (wenn auch aufgeweicht) wie auch des bornierten lokalpatriotismus ist, und das lässt sich nun mal nicht durch “kommunikation” auflösen.

  27. Nun ja Thorsten hat mittlerweile eine Menge gesagt.

    Der erste Satz sagt das die private Forderung meinerseits den politisierten Blick auf Hansa zu differenzieren das Problem nicht abschafft.

    Und am Ende trennt er selbst zwischen Spaß und Politik und gesteht dem Hobby zu von Kritik verschont bleiben zu dürfen. Wenn dem so ist, wo ist dann das Problem am Aufgehen in der Masse?

  28. scheinbar fällt die party schon wieder aus :-(

    http://www.u-site.de/

  29. Keta Minelli sagte

    Vielleicht gibt es ja irgendwo eine Ersatzveranstaltung?

  30. vielleicht ja am wasser oder so.

  31. zum thema ersatzveranstaltung am wasser, unterhaltungen bis 12 uhr und meckpomm:

    http://knusperflocken.wordpress.com/2008/08/28/7-x-gold-2-x-silber-0-x-bronze/

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