Die letzte Woche war in vielen Universtätsstädten von Bildungsprotesten geprägt. Dass bei der Kritik der Studierenden viel Unsinn erzählt wird, ist wenig verwunderlich. Richtig bleibt es dennoch dagegen immer wieder an vernünftiger Kritik festzuhalten. Die Göttinger Gruppe Redical M hat dazu ein PDF rausgehauen.

(/via)

…Es ist keineswegs so, dass wir meinen, dass Erziehung im allgemeinen nicht nötig sei. Konstruktiv ist unsere Kritik an der herrschenden Pädagogik allerdings ebenfalls nicht. Es kann
keine zufriedenstellende Verbesserung für jeden einzelnen Menschen innerhalb eines
Systems geben, in dem Menschen lediglich Humankapital sind, dass der Profitmaximierung
dient und in dem sie in Konkurrenz zueinander stehen. Erst die Überwindung der
herrschenden Verhältnisse und somit die Abschaffung der Herrschaft führt dazu, dass der
Mensch nicht auf seine gesellschaftlichen Zwecke reduziert wird. …

Hier, noch ein Gastgeschenk für euch:


Regionale Schule Boizenburg, 2009

Useless schreibt über einen Auftritt von Jörg Friedrich in Rostock. Friedrich ist mit seinem Buch „Der Brand“ eine der wichtigen Persönlichkeiten, die dem Mythos Dresden offiziöse Weihen verliehen. Was zu diesem Mythos und mithin auch zu Friedrich zu sagen ist, hat Adorno bereits Ende der 1950er auf den Punkt gebracht. Und auch wenn Useless’ Beitrag in dieser Hinsicht missverständlich ist, so ist es keineswegs schlechter Stil an das zu erinnern, was das Problem nun einmal in der Sache trifft:

„Wir alle kennen auch die Bereitschaft, heute das Geschehene zu leugnen oder zu verkleinern – so schwer fällt es zu begreifen, dass sich Menschen nicht des Arguments schämen, es seien doch höchstens nur fünf Millionen Juden und nicht sechs vergast worden. Irrational ist weiter die verbreitete Aufrechnung der Schuld, als ob Dresden Auschwitz abgegolten hätte. In der Aufstellung solcher Kalküle, der Eile, durch Gegenentwürfe von der Selbstbesinnung sich zu dispensieren, liegt vorweg Unmenschliches, und Kampfhandlungen im Krieg, deren Modell überdies Coventry und Rotterdam hieß, sind kaum vergleichbar mit der administrativen Ermordung von Millionen unschuldiger Menschen. “ Theodor W. Adorno – Was bedeutet: Aufarbeitung der Geschichte, 1959

Strapazine

November 16, 2009

Das Strapaze Zine ist fertig! Und hier folgt nun eine Besprechung desselben, zumindest eines Versuchs davon: Den Rest des Beitrags lesen »

Erziehung bei Windigkeit

November 7, 2009

Re­pres­sio­nen für alle!
Ma­chen sie mit, schwei­gen sie jetzt

Po­ten­zi­ell ver­däch­tig?!
Staat­li­che Re­pres­si­on ist nichts, wovon al­lein po­li­ti­sche Ak­ti­vis­t_in­nen be­trof­fen sind. Sie be­geg­net uns im All­tag, dort wo in­di­vi­du­el­le Rech­te be­schnit­ten wer­den. Ge­währ­leis­tet wird die to­ta­le Er­fas­sung durch Mit­tel wie der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, Vi­deo­über­wa­chung, Ge­sund­heits­kar­te, On­line-​Durch­su­chung und bio­me­tri­schen Per­so­nal­aus­weis und rückt zu­neh­mend in die per­sön­li­che Er­fah­rung eines jeden. Der bio­me­tri­sche Per­so­nal­aus­weis macht die flä­chen­de­cken­de er­ken­nungs­dienst­li­che Be­hand­lung der ge­sam­ten Be­völ­ke­rung mög­lich, wo­durch jeg­li­che An­ony­mi­tät weg­fällt. Somit un­ter­liegt die in­tims­te Pri­vatssphä­re dem staat­li­chen Zu­griff.
Bei­spiels­wei­se nutzt die Agen­tur für Ar­beit im Kampf gegen den ver­meint­li­chen Miss­brauch des Ar­beits­lo­sen­gel­des II Da­ta-​Mi­ning-​Tech­ni­ken und lässt sich den Zu­griff auf staat­li­che und pri­va­te Da­ten­be­stän­de geben, um die Emp­fän­ger_in­nen zu durch­leuch­ten. Statt sich der Ur­sa­chen der „so­zia­len Frage“ po­li­tisch an­zu­neh­men, wer­den be­dürf­ti­ge Men­schen durch sol­cher­lei Re­pres­sa­li­en einer wach­sen­den staat­li­chen Kon­trol­le aus­ge­setzt und ihnen wer­den grund­le­gen­den Rech­te und Frei­hei­ten be­schnit­ten.

Auch du bist eine ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung… Den Rest des Beitrags lesen »

In Hamburg drehen die Antiimp-Banden mal wieder richtig am Rad und Verhindern mit Gewalt missliebige Filmvorführungen.

Via: Kritikmaximierung, B-Movies, Cosmoproletarian Solidarity

Teil II – Rostock

Auch Endstation Rechts dreht mal wieder richtig auf.

Noch mal für alle,…

Oktober 19, 2009

…die mich immer fragen, was ich denn mit diesem obskuren, ständig wiederkehrenden GSP-FanBlogger Diss ausdrücken will. Bzw. was denn an denen dran ist, dass ich mich da so aufrege.

Ich geb das mal weiter:

Liebe Interessentinnen und Interessenten!

Erfreulicherweise haben wir für die Veranstaltung „Bürgerliche Ökonomie
contra Marx: Ein Leistungsvergleich“ am 26.Oktober 2009 einen größeren
Raum organisieren können.

Die Veranstaltung findet nun in der Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Ulmenstraße 69, Haus 3 – Raum 421 statt.
Der Raum – ich kenne ihn nicht – soll 40 Personen fassen.

Mit „Produktionsfaktorentheorie“ und „subjektiver Wertlehre“ gegen die Erklärung des Werts Im Kapitalismus wird Arbeit verrichtet nicht für die Herstellung nützlicher Güter, sondern für die Vermehrung von Geld. Dessen Wachstum ist der Zweck allen Produzierens. Das war Marx nicht nur eine Analyse, sondern auch eine Kritik wert. Ein Reichtum, der sein Maß im Arbeitsaufwand hat, wächst nur im Grad der Mühen, die aufs Produzieren verwandt werden. Er besteht nicht in der Leichtigkeit, mit der die arbeitende Menschheit sich die Notwendig-keiten und Genüsse des Lebens verschafft, sondern erfordert gerade das Gegenteil. Diejenige Gesellschaft ist die reichste, in der möglichst viele Leute möglichst lange arbeiten – an modernsten Maschinen mit höchster Produktivität natürlich. Nutznießer eines solchen abstrakten Reichtums können gar nicht die Arbeiter sein. Umgekehrt, sie dienen ihm mit ihrer ganzen Lebenskraft. Es ist nicht zu übersehen: Die Werte, die durch die Verausgabung von Arbeit geschaffen werden, gehören im Wesentlichen jenen, die nicht selber arbeiten, sondern andere arbeiten lassen. Das Kapital wächst, das seinen Eigentümern Gewinn, Zins oder Grundrente abwirft. Nur der Arbeiter selber wird ärmer und muss nach 150 Jahren kapitalistischen Wachstums um einen Mindestlohn betteln. Marx’ Kritik hat die moderne bürgerliche Ökonomie nicht ruhen lassen. Nicht dieser oder jener Fehler, die politische Konsequenz seiner Theorie war unerträglich. Die Volkswirt-schaftslehre versteht sich daher seit ihren Anfängen als Gegenprogramm in antikritischer Ab-sicht. Gegen die „Arbeitswertlehre“ stellt sie ihre „Theorie der Produktionsfaktoren“: Aus-beutung wird zu einem Gemeinschaftswerk dreier Kräfte, die auf den Namen Boden, Kapital und Arbeit hören und sich das Produktionsergebnis angeblich nach Maßgabe ihres nützlichen Beitrags teilen. Gegen die „objektive Wertlehre“ entwirft sie eine „subjektive“: Der Preis der Ware, der jedes Bedürfnis vom nützlichen Gut trennt, wird darin zum Ausdruck subjektiver Wertschätzung prinzipiell knapper Güter, damit Wünsche und Gütermenge zu einem ver-nünftigen Ausgleich kommen. Und der Markt, den Marx in der Wirklichkeit als Konkurrenz der Betriebe um lohnende Preise angetroffen hat, gerät den Freunden der „unsichtbaren Hand“ des Marktes (Adam Smith), zu einem rundum gelungenen Kundendienst: Das Publikum ordert mit seinen Geldscheinen beim Einkauf Qualität und Menge des Angebots, das die Nachfrage bedient. Zwei Theorien, aber nur eine Welt. Es lohnt sich, den Leistungsvergleich einmal ernsthaft durchzuführen, den die moderne Volkswirtschaftslehre gegen Marx ausgerufen hatte und für sich entschieden zu haben meint.

Referent: Dr. Theo Wentzke, Mitglied der Redaktion der politischen Vierteljahreszeitschrift GEGENSTANDPUNKT

Universität Rostock – Philosophische Falkultät
August-Bebel-Straße 28
8 . Etage – Raum ausgeschildert
Montag, 26. Oktober 2009
19.00 Uhr

Veranstalter:
Fachschaft Philosophie
Kapital-Lesekreis an der Uni Rostock
Studierendengruppe dielinke.SDS -Rostock