Gestern 17.53 Uhr. Curryhuhn also. Los geht’s! Nein nicht mit Kochen. Natürlich nicht erstmal muss der Dreck von anderthalb Wochen aus der Küche raus. Welche Musik soll ich dabei hören? Fast egal. Hauptsache: Irgendwie Schnell. Kurhaus. Comeback Kid. Madonna. Madonna? Ja, Madonna! Scheiß drauf ob das passt! Broilers. The Knife und gleich noch den ganzen Indie Ordner hinterher. Jetzt kommt alles durcheinander. Hatten wir  nicht gestern noch Missy Elliot gehört. The Cookbook könnte ja jetzt auch ziemlich gut passen.

Wie eklig wochenlang gestapeltes Geschirr ist brauch ich glaube ich nicht extra erwähnen. Nach 3 Stunden kann das Kochen aber auch losgehen. Nachdem ich zuletzt beim Abwaschen doch nur noch DJ Mixe im Winampplayer hatte, wandert der Laptop ins Nebenzimmer. Im Radio läuft auch Techno. 2 Äpfel und 1 ½ Banane werden klein geschnitten während DJ Vince NT seine Lieblingsplatten von Underground Resistance spielt. Die in kleine Stücke gehackten Möhren warten schon im Topf, weil sie nicht frisch geschnitten wurden, sondern aus der Tiefkühltruhe kamen. Ich merke, dass die Herangehensweise nicht ganz sinnvoll ist, denn wenn alles Obst und Gemüse vorbereitet ist, geht es eigentlich sehr schnell. Also sollte vielleicht das Fleisch schon in feine Streifen geschnitten werden? Hmm. Greife in den Kühlschrank, hole die Packung heraus. Hähnchenbrustfilet 492 Gramm. Ich überlege mir, dass ich in Rezepten immer 500 Gramm schreiben würde. Ist ne grade Summe, das liest sich gleich freundlicher. Noch schnell die 4 mittelgroßen Zwiebeln in Scheiben schneiden. Ja klar ist das Geschmacksache. Ich denke aber auch, dass Essen nicht immer nur schmecken, sondern auch gut aussehen sollte. In einem Gericht indem nicht mehr viel Strukturen übrig sind nach dem alles eingekocht ist – hört sich eklig an wa? – da müssen Zwiebeln immer in Scheiben rein, um dem Auge auch was Gutes zu tun. Es sei denn es gibt Nudeln, aber heute gibt es Reis. Zunächst muss aber noch was getan  werden. Die Hähnchenstreifen braten schon in der Pfanne. Im Radio hat ein anderer DJ übernommen und spielt Houseplatten. Nicht so toll. Die Tüte mit den Cashewkernen liegt zwischen den Gewürzen. Mann! Ist das unübersichtlich hier! Maria wird alles zu hektisch und sie lässt mich alleine weiterkochen. Wir brauchen dringend eine bessere Variante zum Aufheben der Gewürze. Curry kann gleich mit raus. Zwei Beutel mit Reis. Schade, dass wir vorhin beim Einkaufen keinen Wildreis bekommen haben. Das Fleisch wird braun die, Cashewkerne kommen dazu. Umrühren nur nichts anbrennen lassen. Ich schiele schon wieder auf die nächsten Arbeitsschritte. Die Hektik hat sich langsam entfaltet und ist jetzt voll da. Mein Rücken tut weh. Scheiß genormte Küchenarbeitsplatten! Sind immer glatt 10 cm zu niedrig. Wechsel. Der Gemüsetopf geht an den Start. Möhren und Zwiebeln werden in Öl und Curry angebraten bis die Zwiebeln glasig sind. Die Zeit, die Zeit! Jetzt schon? Nein. Noch ein bisschen warten. Erst die Äpfel und die Bananen unterrühren. Wasser dazu geben nicht vergessen und die Erbsen (wie konnte ich die übersehen?). Jetzt kann aber wirklich der Reis vorbereitet werden. Wieder Wasseraufsetzen. In das Curry noch mal schön ne Ladung aus der Chilisauce die sie immer beim Vietnamesen über die Bratnudeln klatschen, reingeben. Kokosmilch. Ob eine ganze Dose nicht zuviel ist? Und die Sultaninen auch noch mal ne Teetasse voll wie bei den Erbsen. Die Ganze Sache wird ziemlich dick. Dann eben umrühren. Weiter umrühren. Ich könnte die Teller bald startklar machen. Maria kommt zur Tür rein. Riecht einmal am Essen, strahlt und verschwindet nach einem Kuss wieder. Jetzt nur nichts anbrennen lassen. Reiswasser muss bald abgegossen werden. Zahlenmerken war noch nie meine Stärke glaube ich. Hätte ich auf die Uhr geschauht, bräuchte ich nicht zu mutmaßen ob der Reis bereits gut ist. Zugegeben nicht immer nur Kochbeutelreis zu benutzen, wäre auch ne Strategie. Nachdem der Reis auf den Tellern verteilt ist, brauch nur nach das Curry drüber und Voila: Einmal Curryhuhn für zwei Personen zum sich mindestens zweimal Sattessen oder auch 5 Portionen!

 

Nachdem das mit der DVD nicht so geklappt hat, sitzen wir vorm Computer und sehen bei Youtube Tocotronic mit Let there be Rock. Marias Kommentar: „Ach ist das Schön. Zum Kotzen!“