Heraus zum revolutionären 1. Mai
April 30, 2008
„Die folgenden Worte, unabhängig davon, ob sie das Verhältnis eines Menschen zu einem anderen oder zu einem Volk betreffen, werden immer gleich sinnlos sein. Ich schließe einen Vertrag ausschließlich zu deinen Lasten und zu meinen Gunsten, den ich halten werde, solange es mir gefällt, und den du halten wirst, solange es mir gefällt. …“ J.J. Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag
“…Warum soll ich Eigentum respektieren, wenn mir nichts gehört? Da wird ein Auto angezündet und ein Viertel zerstört.
Die Freiheit nehm ich mir, denn ich kann sie mir nicht leisten. …” K.I.Z., Frei sein
“I can’t stand the peace and quiet. All I want is a running riot.” Cock Sparrer
Machmal möchte ich vergessen, was ich mir angeeignet habe, vergessen was ich weiß. Ich möchte ausblenden was mit abstrakt vermittelter Ordnung, Allgemeinen Warentausch und dem Automatischen Subjekt gemeint ist. Den Rest des Beitrags lesen »
19 Minuten Digitale Boheme - Über die Schwierigkeiten sich den Kapitalismus zurechtzubiegen
April 23, 2008
“Komm jetzt nicht mit digital. Uns wird der Döner kalt.” - Supershirt
Sascha Lobo diskutiert bei Radio Corax verschiedene Einwände gegen das von ihm und Holm Friebe herausgebrachte Buch “Wir nennen es Arbeit”, indem sie die digitale Boheme und damit eine Möglichkeit propagieren, Selbstverwirklichung und kreatives Arbeiten mit “Überleben können” zu vermitteln.
Gefälschtes Interview im ARD-Magazin Polylux platziert
April 11, 2008
Polylux hat sich ein fingiertes Interview von der Hedonistischen Internationalen unterschieben lassen. Mit der Aktion soll darauf hingewiesen werden, wie fatal sich 1. schlechte Recherche in einem Medium mit großer Reichweite auswirkt und warum es 2. unter den Beschäftigungsbedingungen in der Kreativwirtschaft zu solch miesem Journalismus kommt. Wo Zeitdruck und schlechte Bezahlung an der Tagesordnung sind, muss die Qualität des Journalismus zwangsläufig leiden, so der Tenor des Kommando Tito von Hardenberg. Den Rest des Beitrags lesen »

Um ein paar Minuten Ablenkung von einer im Grunde langweiligen Hausarbeit für die Uni zu bekommen habe ich, wie üblich in einer solchen Situation, alle Blogs abgeklappert, die ich gerne lese und hier und dort etwas kommentiert. Diese Prozedur wiederholte sich im Laufe des Tages und so entwickelte sich in den Kommentaren des Knusperflockenbeitrags über “Sex-Pop”, “Pop-Kultur”, “Pop-Art” und die rauchende Hannah Arendt“ eine anregende Diskussion, in deren Verlauf ein Link zu einem Interview der Beatpunks aus Leipzig mit Roger Behrens gepostet wurde. Dieses Interview wiederum befeuerte alle möglichen diffusen Gedankengänge, die mir seit einiger Zeit durch den Kopf gehen. Es erschien also viel zu reizvoll, es allein bei dem Kommentarspaltengeplänkel zu belassen. Den Rest des Beitrags lesen »

Manchmal ergibt es sich, dass doch mal für eine bestimmte Zeit etwas mehr Geld vorhanden ist. Dann heißt es nicht mehr von der Hand in den Mund leben und am Wochenende from disco to dispo, vom Regen in die Traufe zu gelangen. In solchen Momenten macht das Konsumieren wieder Spaß. Dann hat bei allem Spucken und Schimpfen auf das Schweinesystem das Einkaufen etwas Befreiendes. Und so erging es uns in dieser Woche weshalb wir, um das Aufatmen auszukosten in die Stadt gegangen sind um uns nach ein paar Dingen umzusehen. Den Rest des Beitrags lesen »
Schöner Artikel zum Start einer neuen Kategorie
März 1, 2008
In letzter Zeit bin ich ja doch des öfteren schon an das Thema rangeschrammt. Bei Mercedes Bunz habe ich einen schönen Text über die digitale Boheme oder das “urbane Pennertum” gefunden.
Die Lebenshaltungskosten sind in Berlin eben niedrig, vor allem die Mieten. Das ist kein Geheimnis, sondern vielmehr international bekannt. Tatsächlich sorgen die billigen Mieten dafür, dass viele Künstler, Musiker und Journalisten aus ganz Deutschland, mehr noch, aus aller Welt, in diese Stadt ziehen. Auch ein Praktikum absolviert man hier gerne. Von überall strömt kreatives Potential in die Stadt, denn hier ist es jungen Leuten möglich, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Allein der Preis für ein Ladenlokal, in dem man dann ein eigenes Büro, eine kleine Agentur oder einen Sandwichladen hochzieht, könnte man sich in anderen Städten niemals leisten. Soweit so gut, denn genau da beginnt auch das Problem des Urbanen Penners.
Nur stellt sich das von der Warnow aus alles noch etwas anders dar. Es gibt keine große offene Milchkaffeeszene und die Mieten sind mit die höchsten im ganzen Osten. Von hier aus ist das Bohemegequatsche tatsächlich nur Schönreden der eigenen Prekarität. Sprich das mit dem Stand- und Spielbein funktioniert einfach nicht so glatt. Aber das weiß offenbar auch die Autorin:
Konsum ist ja in den meisten anderen Städten oft nichts anderes als die Ersatzhandlung von Opfern, die den Frust über ihren entfremdeten, unkreativen Job durch Geldausgeben kompensieren müssen. Zugleich ist es aber eben so, dass bessere Verhältnisse nicht unbedingt die besseren Menschen machen, denn nur weil man arm ist, ist man nicht automatisch auf der richtigeren Seite. Im Gegenteil. Einige Menschen verführt das etwa dazu, nichts mehr wirklich zu wollen. Und es reicht eben nicht, glaubwürdig im eigenen Minijob zu sein. Wenn man in einem Freiraum ohne jede Herausforderung vor sich hinvegetiert, ist man in die Falle der repressiven Toleranz getappt.